ChAos geschüttelt und nicht gerührt *

ACh so!
Wie soll ich da jemals voran kommen? Mit meiner Ordnung stehe ich zur Zeit auf wackeligen Füßen. Ich könnte auch sagen hier herrscht ein „Krieg der Kisten“
Um mich herum nur Kartons vom alten Dachboden mit Dingen die zu wertvoll sind um in den Müll entsorgt zu werden.
Stück für Stück rücke ich von rechts nach links und zur Seite und aufeinander und…
Ja dieser hier, der Kleinste von allen, den packe ich heute aus! Drauf geschrieben steht: „Bücher und Druckerpapier“
Papier? Kann man doch noch benutzen, denke ich und ist zudem schnell weggeräumt. Warum ist diese Kiste denn auf dem Dachboden gelandet? Das muss ein Versehen vom letzten Umzug gewesen sein.
Erstaunlich, wahre Schätze finde ich wieder, abgesehen von dem schneeweißen Papier.
Zum Beispiel eine signierte und nummerierte Leseprobe von Hans Ulrich Hirschfelder vom Künstlerstammtisch im Oktober 1997 in Berlin-Wilmersdorf.
Ist ja interessant, mein Exemplar trägt die Nr 19 von 50 Stück. War wohl ein Geschenk an mich, denn 1997 war ich nicht in Berlin, kann ich mit Bestimmtheit sagen.
Klar, jetzt muss ich erst einmal schmökern.
Aber nein! Mein Hund macht Zirkus und bellt aus dem Fenster raus. Es ist noch zu heiß draußen um ihn raus zu lassen. Oh je, was denn, warum hört er nicht auf zu winseln und zu quengeln? Ich gehe auch zum Fenster und sehe den Grund seiner aufgeregten Kläfferei: die große runde rotbraune Katze schleicht in aller Seelenruhe an uns vorbei.
Ich kannte sie schon aber mein Hund wohl noch nicht. Bis jetzt habe ich zwei Nachbarkatzen auf der neuen Terrasse begrüßen können, diese nenne ich Garfield. Nur nebenbei: die Nachbarin ist auch supernett, doch Garfield gehöre nicht zu ihr, erzählte sie mir bereits; ihre Besucherkatze hat weisgraues Fell und kommt immer frühmorgens.

Nun ist wieder Ruhe eingekehrt und ich blättere weiter. Kaum zu glauben ich lese:
„Ein Beitrag zur Chaosforschung“.
He Leute meine Headline stand schon!
Superschöne Holzschnitte von Wilfried Bohne finde ich in diesem Mitlesebuch, der auf Seite 14 gefällt mir besonders.

Ich zwinge mich weiter auszupacken und finde ein Bild/Druck von Bracha Brym-Lavee mit dem Titel „the city of the dove“. Dieses kleine Andenken brachte ich von einer Israelreise vor ca 16 Jahren mit. Welch Wunder, denn Gold ist gar nicht, überhaupt nicht meine Farbe! Jetzt bewegt mich allerdings die Frage, warum es in diesen Karton gelegt wurde und vor allen Dingen mit den dazugelegten Büchern, überwiegend Gedichtbände. Ich glaube diesen Karton nicht selbst gepackt zu haben, doch das Auspacken macht augenblicklich Freude!
Nur dieses kreuz und quer, dass es mir etwas schwindelig wird, nervt mich oder ist es doch die Hitze heute!?
Jetzt ist der Tag gelaufen! Ihr könnt es Euch vorstellen wenn ich die Titel der Bände schreibe:
„Schattenspiele“ von Tadeusz Rozewicz Gedichte von 1945-1969
„Grüner Mond von Alabama“ Bertold Brecht
„helles Schlafen -dunkles Wachen“ Else Lasker-Schüler
„mörderische Märchen u. andere Erzählungen“ von Barbara Frischmuth
„Frauen in New York“ + Frauen in der Sowietunion“ Erzählungen u. Gedichte
„100 Gedichte ohne Vaterland“ Erich Fried
„Zeit für ein Lächeln“ Rudolf Hagelstange
und noch einige andere Bücher über die Lyrik des Abendlandes

Mein Ziel, täglich zwei Kisten auszupacken, rückt in weite Ferne. Das ist auch in Ordnung, meine ich.

Ich wünsche allen morgen einen frischen Sommertag und heute einen erholsamen Abend!
Eure Globe

01. Juli 2015 wichtig oder auch nicht? *

ok – erst einmal ist mein PC heute abgestürtzt – Dinge die einem wirklich nicht fehlen!

*die Frauen-Fussballmanschaft hat gegen USA verloren

* Griechenland ist pleite – Brite will Griechen per Crowdfunding retten
siehe:
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Brite-will-Griechen-per-Crowdfunding-retten-article15410916.html

*endlich Sommer: Temperatur 36° Niederschlag 0%
Wind 10km/h

* mein erster offizieller Tag als Rentnerin

* der Bagger befestigt soeben „mein Bergle“, damit das Häusle und Gärtle nicht ins rutschen kommen 🙂

*es geht vorwärts >> ich wusste es: „Alles wird gut!“

Grüße aus dem Schwarzwald,
Globe

Alles ist gut *

Gerade beim Ausräumen der Umzugskisten fällt mir ein altes Büchlein in die Hände:
„so sprachen die Wickinger“

Wer ewig zweifelt
Sei angemessen klug,
nicht übermäßig,
geh den Weg des Mittelmaßes.
Heiter ist selten
und froh um’s Herz,
wer an allem und überall zweifelt.

u n d
Lebensglück
der Mensch braucht Wärme,
Wärme des Feuers
und Sonnenstrahlen.
Glücklich ist,
wer gesund
und ohne Laster lebt.

Na dann – komme was will, ich beherzige diese Worte. 😉

die ersten Nächte waren doch gewöhnungsbedürftig, ich muss mich erst einmal an das Bachrauschen gewöhnen. Aber das Feuerholz ist bereits geschlagen und trocknet für den kommenden Winter.
Der Aussenkamin steht; morgen gehe ich die Ofenrohre einkaufen. Alles ist gut!

Demnächst werde ich auch einige Fotos hochladen. Was mich überrascht und beeindruckt hat, sind die außergewöhnlich vielen Maronibäume hier.

Grüße aus dem Schwarzwald
Globe

countdown läuft *

Sonntagvormittag

unerwartet ist es still geworden.
Die Motorräder schlafen
unter Wirtshausbäumen
und die Fahrräder träumen
bei Coca Cola
von der nächsten Kurve,
die sie schneiden werden.
Löwenzahnsamen
treibt ihnen ins Glas.
Der Sonntag ist mittags
hell wie die Iris,
die keine Wimper mehr beschattet.
Niemand mag aufbrechen.
Man sitzt weiter beisammen
auf blauen Gartenstühlen.
Ganz langsam zerfällt dann nachmittags
die Landschaft zu Staub,
den die Schnelligkeit zurückließ.
(von Karl Krolow)

Es ist soweit!
In wenigen Tagen habe ich es geschafft.
Abschied und Neuanfang zugleich!
Ich weiß es heute schon: „mein Gartenstuhl ist rot“;
habe ihn selbst so gestrichen.
Und die Löwenzahnsamen dürfen tanzen,
nur für mich!
Oh happy day wird erklingen
und die Freude lässt mich Rumba stampfen.

Hier mein persönlicher Sommerhit 2015 🙂 lazy sunny afternoon

Sobald mein neues Telefon geschaltet ist, melde ich mich wieder häufiger.

herzlichst
Globe

Fabelhaft ** Hand in Hand und mehr

The Owl and the Pussycat

The Owl and the Pussy-cat went to sea
In a beautiful pea-green boat,
They took some honey, and plenty of money,
Wrapped up in a five-pound note.
The Owl looked up to the stars above,
And sang to a small guitar,
„O lovely Pussy! O Pussy, my love,
What a beautiful Pussy you are,
You are,
You are!

What a beautiful Pussy you are!“
Pussy said to the Owl,
„You elegant fowl! How charmingly sweet you sing!
O let us be married! too long we have tarried:
But what shall we do for a ring?“
They sailed away, for a year and a day,
To the land where the Bong-tree grows
And there in a wood a Piggy-wig stood
With a ring at the end of his nose,
His nose,
His nose,
With a ring at the end of his nose.
„Dear Pig, are you willing to sell for one shilling
Your ring?“ Said the Piggy, „I will.“
So they took it away, and were married next day
By the Turkey who lives on the hill.
They dined on mince, and slices of quince,
Which they ate with a runcible spoon;
And hand in hand, on the edge of the sand,
They danced by the light of the moon,
The moon,
The moon,
They danced by the light of the moon.

Edward Lear (1867)

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Trotz Krieg in der Welt sollen, nein dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben!
Mit den obigen Kinder-nonsens-liedversen wünsche ich allen ein erholsames Wochenende und den Reisenden gute Ferien!
Eure Globe

ich lebe mein Leben ***

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

Sonst wähle ich stets einen Gangplatz, aber diesmal rückte ich durch bis ans Fenster.
Die erste halbe Stunde döste ich nur vor mich hin und freute mich schon auf den Swimmingpool der mich erwartete. Ich hatte Urlaub!! Irgendwann aber schaute ich doch aus dem Fenster;
irritiert und erstaunt zugleich über das was ich sah, fingerte ich meinen Fotoapparat aus der Handtasche. Durch das etwas blinde Fenster der Maschine versuchte ich ein Bild festzuhalten, hatte es doch ein wenig von Science fiction für mich. Kilometerlang unter mir waren Ringe hell und dunkel, nein doch eher Kreise, Viertelkreise, Halbkreise zu sehen.
Ich fragte meine Sitznachberin, ob sie wüßte, was das dort unten sei? Mit ihrem einfachen verneinenden Kopfschütteln signalisierte Sie mir, dass sie es nicht weiss oder kein Interesse daran fand.

Ich gestehe, zuerst dachte ich in der falschen Maschine zu sitzen, doch bald dämmerte es mir. Ich befand mich ja auf dem Rückflug von Colorado das Texas. So sehen also Ölfelder aus der Vogelperspektive aus, stellte ich fest.
aus dem Fenster betrachtet

Was ist ein Urlaub ohne Mitbringsel und Andenken? Ich habe Euch diese Anekdote und einige Wolkenbilder mitgracht 🙂

Morgen geht es wieder normal weiter im Job und ich denke, der Alltag lauert schon auf mich.

herzliche Grüße,:wave:
Eure Globe

Innehalten *

„Nichts ist so mächtig
wie die Idee,
deren Zeit gekommen ist.“

mit diesem Gedanken von Viktor Hugo grüße ich alle, die heute
innehalten und den Tag so nehmen wie er ist.

Eure Globe

Ablenkung **

bieneLöwenzahn
Fliegen im Juni auf weißer Bahn
flimmernde Monde vom Löwenzahn,
liegst Du versunken im Wiesenschaum,
löschend der Monde flockenden Flaum.

Wenn Du sie hauchend im Winde drehst,
Kugel auf Kugel sich weiß zerbläst,
Lampen, die stäubend im Sommer stehn,
wo die Dochte noch wolliger wehn.

Leise segelt das Löwenzahnlicht
über dein weißes Wiesengesicht,
segelt wie eine Wimper blaß
in das zottig wogende Gras.

Monde um Monde wehten ins Jahr
wehten wie Schnee auf Wange und Haar.
Zeitlose Stunde, die mich verließ,
da sich der Löwenzahn weiß zerblies.

mit diesem traumhaft schönem Gedicht von Peter Huchel
grüße ich alle Löwenzahnliebhaber und Sommerwiesen-Freundinnen.

Eure Globe 😀

Hoffnung, Glaube und und ***

„Schöne Zeilen“
Dass die Stillen triumphieren, glaubst du daran?
Die Behutsamen regieren, glaubst du daran?
Und dass die Verlierer lachen werden außer Rand und Band,
ich weiß ja nicht, glaubst du daran?
Dass die Stummen Lieder schreiben, glaubst du daran?
Dass aus Dornen Rosen treiben, glaubst du daran?
Dass ein Stern am Himmel wartet, der den Weg uns zeigen kann,
ich weiß ja nicht, glaubst du daran?
Was ich so gern glauben will, allein wird’s nicht geschehen,
muss ja selbst die Hände rührn,
mutig meine Schuhe schnürn,
eigne Schritte gehen.
Plötzlich singen Stumme Lieder, hör dir das an!
Plötzlich taut und blüht es wieder, schau dir das an!
Und ein Stern am Himmel wartet, der den Weg uns zeigen kann,
wenn wir nur gehen. Ich glaub daran.

(c) BuschFunk Berlin > mit freundlicher Genehmigung 😉

Diese Zeilen von Gerhard Schöne auch gesungen, sind zu finden auf seiner CD „Das Perlhuhn im Schnee“.
Schon vor Wochen haben mich diese Worte angesprochen und wenn
ich diese Zeilen lese,
werden meine Gedanken automatisch nach Kiew auf den Maidan gelenkt.

Ich glaube daran! An Freiheit und daran dass Verlierer lachen werden.
Ich glaube ebenso an die Kraft der Gebete und an die Stärke der
gemeinsamen Lieder die gesungen werden.

Herzlichst,
Eure Globe